11/2018 Einmal Pfadi, immer Pfadi

Einmal Pfadi, immer Pfadi

Seit vergangenem Herbst ist Sabrina Meister in der Leitung der Maitlipfadi Zollikon ver­treten – eine verantwortungsvolle Aufgabe, welcher sich die 20-Jährige zielstrebig und motiviert widmet. Bis anhin leitete die Zollikerin gemeinsam mit Sina Grossmann die Abteilung. Kommenden Herbst wird sie jedoch auf sich alleine gestellt sein.

Seit 15 Jahren ist ­Sabrina Meister – vulgo Fitis – bereits in der Maitlipfadi Zollikon. Mit viel Engagement und Herzblut setzt sie sich sowohl für die «Butzlis» – die sogenannten jungen Pfadis – als auch das Leiterteam ein. Denn seit vergangenem Herbst leitet die Zollikerin gemeinsam mit Sina Grossmann die gesamte Abteilung der Maitlipfadi. Für Sabrina Meister bedeutet die Abteilungsleitung nicht nur eine neue Herausforderung, sondern es ist für sie auch eine Möglichkeit, weiterhin in der Pfadi dabei zu sein. «Dieses Hobby ist schon lange ein grosser Teil meines Lebens. Es wäre mir schwer gefallen, mich davon zu verabschieden.»

Vielfältige Kompetenzen sind gefragt

Obwohl sich Sabrina Meister gut vorstellen konnte, die Abteilung zu übernehmen, hätte sie nicht gedacht, dass alles so schnell gehen würde. Zudem hatte sie auch ein wenig Respekt vor der grossen Verantwortung, die mit dem Amt einhergeht. Trotzdem bleibt sie selbstsicher: «Ich denke, dass ich dieser Aufgabe gewachsen bin.» Dank ihrer zweijährigen Erfahrung als Stufenleiterin der «Wölfli» sei sie es sich gewohnt, für eine grössere Gruppe zuständig zu sein. Hinzu komme, dass sie die Leitung gemeinsam mit Sina Grossmann, die darin bereits zwei Jahre Erfahrung hat, übernommen habe. Diese Co-Leitung funktioniere super. Einmal wöchentlich treffen sich die beiden, um das Wichtigste zu besprechen. Zudem arbeiten sie auch mit den Abteilungsleitern der «Buebepfadi», Jonas Leonhardt und Thierry Honegger, eng zusammen. Dabei ist das Vierer-Gespann für die Administration der Pfadi, Grossanlässe wie das Altpapiersammeln und den Chilbistand im Sommer, die Leiterbetreuung sowie für die Lagerorganisation im weitesten Sinne zuständig. Für Sabrina Meister ist es dabei die hohe Kunst, zugleich den administrativen als auch den zwischenmenschlichen Aspekt abzudecken. «Man muss stets alle Termine im Griff haben und gleichzeitig herausspüren, ob sich alle Leiter wohlfühlen und in ihrem Kader alles rund läuft.»

Weniger Nachwuchs bei  den «Maitli»

Bisher gibt es für Sabrina Meister praktisch nichts, was ihr an ihrem Amt als Abteilungsleiterin nicht gefällt. «Ich habe das Gefühl, dass ich in dieser Funktion viel bewirken kann», erzählt die gebürtige Zollikerin. Deshalb kann sie sich durchaus vorstellen, die Abteilung für eine längere Zeit zu führen. Dabei ist es ihr ein Anliegen, dass die Pfadi in der Gemeinde präsent und auch als Hobby für die jungen Zolliker attraktiv ist. Ihr grosses Ziel ist es, dem Nachwuchsschwund in der Pfadi entgegenzuwirken. «Bei den Mädchen haben wir zurzeit weniger Kinder als sonst, bei den Jungs dagegen sieht es besser aus.» Doch mit Flyern, Werbeübungen und tollem Programm an den Samstagnachmittagen sollte die Pfadi Zollikon schon bald wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen können.

Die Pfadi als wichtige Lebensschule

Im kommenden Herbst wird Sabrina Meister voraussichtlich die ­alleinige Verantwortung für die ­Abteilung der Maitlipfadi übernehmen. Grund zur Beunruhigung gibt es für sie aber deswegen nicht. Während der Sportferien hat sie nämlich zusätzlich zu ihren bisher absolvierten Jugend- und Sport-Pfadikursen den Abteilungsleiterkurs besucht. «Da habe ich Einiges gelernt, was mir im Pfadialltag nützlich sein wird.» Doch die Ausbildungskurse und die Pfadi im Allgemeinen wappne einen auch für das wahre Leben. So nennt die Abteilungsleiterin das Zusammenarbeiten mit Menschen, die Nähe zur Natur, die eigenen Grenzen kennenzulernen und einfach sich selbst zu sein als Grundpfeiler, die einem in der Pfadi gelehrt werden. «Jeder kann sein, wie er will, und wird akzeptiert, wie er ist», schwärmt sie.

Pfadiluft vom Kindergartenalter an

Dass die Pfadi für Sabrina Meister einen hohen Stellenwert hat, zeigt sich auch in ihrem Engagement ausserhalb ihrer Rolle als Abteilungsleiterin. So ist sie auch Teil des Leiterteams der Numba- oder Biber-Stufe, welche die Pfadi Zollikon im vergangenen Herbst wieder ins Leben gerufen hat. Die Numba-Stufe bietet Kindern im Kindergartenalter die Möglichkeit, bereits in jungen Jahren Pfadiluft zu schnuppern. «Da die Numbas jedoch noch sehr klein sind, findet die Pfadi für sie nur alle zwei Wochen statt.» Doch nicht nur in der eigenen Abteilung ist die junge Frau aktiv. Seit einem Jahr leitet sie auch Pfadi-Ausbildungskurse des Sportförderprogramms Jugend- und Sport. Dieses Jahr wird sie gemeinsam mit anderen Pfadis einen Ausbildungskurs für Leiter durchführen. Für Sabrina Meister sind diese Kurse nicht nur eine Möglichkeit, um ihr Wissen aufzufrischen, sondern auch eine Gelegenheit, um neue Pfadis kennenzulernen. Aus demselben Grund hat sie sich gemeinsam mit ihrer Zolliker Pfadikollegin Livia Fietz für ein dreiwöchiges Lager im Sommer angemeldet. Das sogenannte «Roverway» ist ein europaweites Pfadilager, welches dieses Jahr in Holland stattfindet.

Kinderlachen bringen sie zum Strahlen

Bis zu diesem Abenteuer wird Sabrina Meister noch ein wenig ihr Zwischenjahr geniessen. Vergangenen Sommer hat sie die Fachmittelschule mit dem Schwerpunkt Pädagogik abgeschlossen. Danach absolvierte sie ein halbjähriges Praktikum als Lehrerin in einer 5. Klasse in Erlenbach. Dies im Hinblick auf ihren Wunsch, selbst einmal den Lehrerberuf auszuüben. «Ich wollte wissen, ob die Pädagogische Hochschule wirklich das Richtige für mich ist. Das Praktikum hat mich darin bestärkt.» Am besten gefalle ihr am Unterrichten, dass man beobachten könne, wie die Schüler Fortschritte machen. Zudem arbeite sie im Allgemeinen sehr gerne mit Kindern zusammen. «Wenn ich ein Kinderlachen höre, geht mir das Herz auf», verrät die angehende PH-Studentin. (cdv)