15/2016 Stabile Bienenvölker und solide Feuerstellen

Stabile Bienenvölker und solide Feuerstellen

Ob Ruhebänke, Feuerstellen oder Waldlehrpfad – der Verschönerungsverein Zollikon hegt und pflegt Zollikons Natur und Umgebung. Genau wie Hans Züger, der sich leidenschaftlich um seine Bienen kümmert. Der Imker war an der 121. Generalversammlung zu Gast.

Über das zahlreiche Erscheinen der dreissig Anwesenden im reformierten Kirchgemeindesaal zeigte sich Markus Diener sichtlich erfreut. Dass das grosse Interesse nicht nur dem Verschönerungsverein galt, sei ihm klar. «Hans Züger zuzuhören, ist ein Genuss.» Der Vereinspräsident versprach nicht zu viel: Leidenschaftlich, wie Hans Züger sich bereits seit bald 35 Jahren in Zumikon nahe der Grenze zum Zollikerberg in seinem Bienenhaus um die kleinen Insekten kümmert, wusste er auch von ihnen zu berichten. Ebenso angetan von den fleissigen Tierchen schien das Publikum zu sein. Es würde nicht müde, Fragen rund um die Bienen zu stellen.

Hans Züger erzählte nicht nur von seiner Arbeit als Imker, sondern auch von jener der Tiere selbst. Und diese beginne gleich bei der Geburt. «In den ersten drei Tagen ist die Arbeiterin mit dem Putzen ihres Körpers und der Wabenzelle beschäftigt, danach wird die Brut gefüttert und es geht an den Wabenbau», berichtete der Imker, «erst in den letzten Tagen ihres ungefähr eineinhalb Monate dauernden Lebens fliegt die Biene aufs Feld.» Gut zwei Drittel der Bienen eines Volkes kümmern sich jeweils um Sauberkeit, Wabenbau, Brutpflege, Honigbereitung und Wächterdienste, der Rest eines bis zu 40 000 Tierchen umfassenden Volkes sieht sich nach Nektar und Pollen um. Pro Sammelflug werden rund hundert Blüten besucht, was bei zehn Sammelflügen am Tag tausend Blüten ausmacht. Hochgerechnet kann ein Bienenvolk an einem schönen Sommertag also 13 Millionen Blüten bestäuben. Ebenso faszinierend ist das Navigationssystem der fleissigen Sammler. Die Tiere orientieren sich an einer Reihe von Merkmalen wie dem Stand der Sonne, an Kennzeichen in der Landschaft und an der zurückgelegten Entfernung. Mit Hilfe des Schwänzeltanzes geben sie diese Informationen an andere Bienen weiter. Erstaunt waren die Anwesenden über Hans Zügers Aussagen zum in den Medien häufig thematisierten Bienensterben. «In Zollikon und Umgebung haben wir damit überhaupt kein Problem», lachte er gut gelaunt, «im Gegenteil, die Dichte an Bienen ist riesig, wir haben fast schon zu viele.» Die sei insbesondere dann gefährlich, wenn eine Krankheit wie die Sauerbrut ausbreche, «dann sind sofort alle Bienen in der Umgebung betroffen».

Der Imker ist schuld

Natürlich wusste der Imker auch über der Biene süsses Endprodukt Bescheid und stellte sogleich klar: «Wenn der Honig nicht gut ist, ist immer der Imker schuld.» Und gut sei ein Honig unter anderem dann, wenn er rechtzeitig geerntet und nicht zu heiss erwärmt worden sei. «Honig, der kristallisiert, ist ein guter Honig.» Wer sich davon selbst überzeugen wollte, probierte einen der Waldhonige, die Hans Züger mitgebracht hatte. Seinen Einblick in das Leben und die Arbeit von und mit den arbeitsamen Insekten schloss der Imker mit der Bitte um einen sorgfältigen Umgang mit Chemie. «Wenn Gärten gespritzt werden müssen, dann bitte am Abend, wenn die Bienen zuhause sind.»

Von einem unsorgfältigen Umgang hatte Markus Diener zu berichten, der das Tätigkeitsprogramm des Verschönerungsvereins vorstellte, das alljährlich Unterhaltsarbeiten und Reparaturen an verschiedenen Einrichtungen wie Schutzhütten, Feuerstellen, Tischen, Sitz- und Ruhebänken, Brücken und am Waldlehrpfad vorsieht. «Sorgen machen uns nach wie vor eine vermehrte Unordnung und zunehmender Vandalismus bei beliebten Grillplätzen», sagte der Vereinspräsident. Aus diesem Grund hat der Verschönerungsverein zwei vandalensichere Grillstellen bei der Spitzhütte und der Glarnerwis finanziert. Das verdoppelte die Ausgaben des Vereins gegenüber dem Vorjahr beinahe. Versuchsweise stehen bei diesen Feuerstellen auch Depots mit Brennholz, denn es seien häufig Schäden angerichtet worden, um Holz zu beschaffen.

Brunnenpaten gesucht

Mehr Grund zur Freude gaben die Spenden, die der Verein entgegennehmen durfte: 192 Einzahlungen mit im Schnitt 77 Franken sind im Jahr 2015 eingegangen, die Einnahmen belaufen sich auf 14 735 Franken. Einen grossen Dank sprach der Vorstand der Firma Greuter aus, die jährlich unentgeltlich für die Montage, Demontage und Instandhaltung der Weihnachtsbeleuchtung besorgt ist. Da die Gemeinde aber nicht nur zur Weihnachtszeit erstrahlen soll, hat der Verein mit einem Aufruf in dieser Zeitung Paten gesucht, die im Sommer die kahlen Brunnensäulen mit Blumen schmücken und diese wässern. Noch sind nicht alle Brunnen vergeben, und der Verschönerungsverein freut sich über weitere Brunnengottis und -göttis. (mmw)