13/2016 Wenn Zumikon wieder zum Dorf wird

Wenn Zumikon wieder zum Dorf wird

Am Mittwoch findet jeweils der Wochenmarkt auf dem Dorfplatz Zumikon statt. Er ist klein und übersichtlich und lässt Zumikon wieder als das Dorf erscheinen, das es einmal war.

Liebhaber frischer Produkte aus der Region kommen am Wochenmarkt auf ihre Rechnung. Was da angeboten wird, kommt frisch vom Baum oder Feld, aus dem Teich oder vom Huhn. Wie beispielsweise die Eier der Gebrüder Wydler und Sohn, die in Erlenbach eine «Hühnerfarm» mit 4200 Legehennen in Freilandhaltung betreiben. Da kann man unter verschieden grossen Eiern auswählen – und die Eierschachteln eine Woche später gleich wieder mitbringen und füllen lassen. Das spart Verpackungsmaterial und schont die Umwelt. Die Wydlers haben aber nicht nur Hühner, sondern betreiben auch Ackerbau, haben Hochstamm-Obstbäume und kaufen frische Produkte ein, die sie dann weiterverkaufen. Am Mittwoch waren Nüsslisalat, Spinat und Äpfel der Renner. «Die meisten Kunden kommen wegen der Eier zu uns», bemerkt Martin Wydler, der heute den Stand betreibt. «Und kaufen dann gleich auch Salat und Gemüse ein», führt er weiter aus. So haben sich die Wydlers in den knapp zwanzig Jahren, in denen sie am Zumiker Markt verkaufen, eine Stammkundschaft aufgebaut. Und der Journalist lernt auch etwas während des Interviews. Zum Beispiel, dass man aus Kochäpfeln auch feine «Öpfelchüechli» machen kann. Und dass die Farbe der Eier nichts mit der Gefiederfarbe der Hühner zu tun hat, sondern mit der Farbe des Ohrlappens des Huhns. Braune Lappen – braune Eier, weisse Lappen – weisse Eier. Interessant.

Im Sommer mehr Stände

Über die Winterzeit ist der Markt kleiner als im Sommer. Der Stand mit den Brotwaren fehlt im Winter. Dafür ist Jakupi Blumen seit Februar mit einem Blumenstand anwesend. Seine Spezialität sind Freilandtulpen, die er selbst züchtet. Auch Rosen führt er in seinem Sortiment. Am Samstag baut er seinen Stand jeweils in Zollikon am Markt auf. Mit den Verkäufen in Zumikon ist er soweit zufrieden. «Ich hoffe, dass ich mehr Umsatz machen kann, wenn ich in Zumikon bekannter bin», meint er. Mit der wärmeren Jahreszeit werden auch mehr Leute den Dorfplatz frequentieren, was den Umsatz wohl steigern wird.

Jeden Mittwoch frischen Fisch

Seit rund 15 Jahren stellt Felix Heusser jeden Mittwoch seinen Verkaufswagen mit den Fischen auf den Dorfplatz. Heusser, gelernter Bäcker-Konditor, hat eine Fischzucht in Otelfinge, in der er Forellen, Saiblinge und Lachsforellen aufzieht. Was jetzt in der Auslage liege, sei am Morgen noch im Teich geschwommen, erläutert er. Den geräucherten Fisch produziere er in der eigenen Räucherei. Und die Oliven und feinen Antipasti, die regen Zuspruch finden, produziere seine Frau und eine Mitarbeiterin zu Hause. Die Bio-Oliven züchtet er im eigenen Garten. Fische zu züchten sei ein anspruchsvoller Sieben-Tage-Job. Man müsse die Tiere genau beobachten, um im Notfall sofort reagieren zu können. Mit den Umsätzen sei er zufrieden, meint Heusser, auch wenn er die Konkurrenz der Migros schon spüre.

Märt-Service

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Mittwoch-Markt als reges Kommen und Gehen. Im «Plastik-Haus» von Martin Wydler schauen sich die wartenden Kundinnen und Kunden die feilgebotene Ware an, während Wydler die Ware einpackt und fachkundig in den Einkaufstaschen platziert. Auch das gehört zum Service, der am Mittwoch-Märt geboten wird. (wn)