39/2015 Grosse Anteilnahme der Zolliker Bevölkerung

Grosse Anteilnahme der Zolliker Bevölkerung

Seit Mitte September wohnen im Buchholz erneut Asylsuchende. Das Zolliker Durchgangszentrum bietet Platz für 80 Personen und wurde nun bereits zum vierten Mal in Betrieb genommen.

Seit knapp zwei Wochen wohnen in der Unterkunft beim Schulhaus Menschen aus Somalia, Eritrea, Syrien oder Sri Lanka. Genaue Zahlen könne man nicht nennen, da sie sich praktisch täglich änderten, erklärt Roman Della Rossa von der mit der Betreuung betrauten Organisation. Die Herkunftsländer seien ein Abbild der aktuellen Asylstatistik. Das unterirdische Durchgangszentrum war zuletzt 2012 geöffnet und wird immer dann in Betrieb genommen, wenn alle anderen 17 Zentren des Kantons nicht mehr genügend Platz bieten können. Wie die Sicherheitsdirektion mitteilt, kommt auf 200 Einwohnende pro Gemeinde ein Flüchtling oder Asylsuchender. Die Gemeinde Zollikon mit seinen über 12‘000 Einwohnerinnen und Einwohner habe damit ihre Pflicht gegenüber dem Kanton erfüllt.

Ruhiger Betrieb

In Zollikon werden Familien mit Kindern, aber auch Einzelpersonen untergebracht. «Der Betrieb läuft ausgesprochen ruhig», schildert Roman Della Rossa die Situation. Die Asylsuchenden seien daran, sich auf ihre Situation einzustellen. Die Zentrumsleiterin, Bianca Casanova, teilte mit, dass die Anteilnahme aus der lokalen Bevölkerung gross sei: «Angewiesen sind wir derzeit vor allem auf Kleider, in erster Linie Wintersachen, also von der Mütze über die Handschuhe bis zu warmen Jacken, aber auch auf Spielsachen und Bücher.» Der Stauraum in der Unterkunft sei aber leider begrenzt. Viele der Anfragen aus der Bevölkerung würden sich auch auf Aktivitäten mit den Flüchtlingen beziehen. Die Zentrumsleitung und das Betreuungsteam sind zurzeit daran, diese zu koordinieren. Besonders wichtig sei, dass Aktionen und Aktivitäten im Vorfeld immer mit der Zentrumsleitung abgesprochen würden. So könne ein störungsfreier Betrieb sichergestellt und reibungslos informiert werden. Weil die Privatsphäre der Asylsuchenden geschützt werden solle, aber für zusätzliche Aktivitäten auch schlicht der Platz fehle, müssten die Aktivitäten auch ausserhalb des Durchgangszentrums stattfinden, so Roman Della Rossa. Simon Gebs, Pfarrer der reformierten Kirche Zollikon, gibt auf Anfrage bekannt, dass er als Verbindungsperson der reformierten Kirche zum Durchgangszentrum fungiere und mit der Zentrumsleiterin Bianca Casanova so verblieben sei, dass sich die Flüchtlinge zuerst einleben sollen und dann gemeinsam geschaut würde, was gebraucht und welche Art von Unterstützung die Kirche bieten könne – seien dies Winterkleider, Deutschunterricht, aber auch das zur Verfügung Stellen von Räumlichkeiten.

Die Zentrumsleitung und das gesamte Betreuungsteam freuen sich über die Solidarität der Einwohnerinnen und Einwohner mit den Asylsuchenden. «Das schönste Geschenk für die Flüchtlinge war ein Blech voll mit feinen Schoggimuffins, das jemand aus dem Dorf vorbeibrachte», freute sich Roman Della Rossa. (ft)