49/2014 Pfarrer Simon Gebs für die Vollzeitstelle vorgeschlagen

Pfarrer Simon Gebs für die Vollzeitstelle vorgeschlagen

Die reformierte Kirche Zollikon hielt letzten Donnerstag ihre alljährliche Budgetversammlung ab. Nicht nur die Festlegung des Steuerfusses und das Budget für 2015 wurden einstimmig angenommen, sondern auch Simon Gebs’ Wiederaufnahme seiner Vollzeittätigkeit in der Gemeinde.

Am Donnerstag letzter Woche fand die zweite Kirchgemeindeversammlung dieses Jahres statt. Bei der Versammlung wurden wichtige Traktanden behandelt, die für die Zukunft der reformierten Kirche Zollikon entscheidend sind. Die neue Kirchenpflegepräsidentin Hanni Rüegg hielt ihre erste Kirchgemeindeversammlung mit Bravour ab.

Der Antrag der Kirchenpflege und der Rechnungsprüfungskommission, den Steuerfuss bei sieben Prozent zu belassen, wurde von den Teilnehmern angenommen. Der Steuersatz befindet sich im Vergleich mit den anderen Gemeinden des Bezirks Meilen im eher tiefen Durchschnitt. Auch dem Voranschlag für 2015 wurde zugestimmt. Obwohl die laufende Rechnung einen Aufwandüberschuss von 204’600 Franken ausweist, möchte die Kirchpflege den Steuersatz vorerst nicht erhöhen. Sie macht sich angesichts der anhaltenden Defizite indessen ernsthafte Gedanken und bemüht sich, wo immer nur möglich die Kosten zu optimieren.

Die Gemeindeversammlung der Kirche bietet den Teilnehmern jeweils die Möglichkeit, selbst zu Wort zu kommen und zum Wohl der Kirche eigene Anregungen und Anträge einzubringen. Die Gemeindemitglieder nutzten diese Gelegenheit auch dazu, eigene Vorschläge zur Aufbesserung der finanziellen Situation einzubringen, beispielsweise durch Kuchenverkaufsaktionen. Dass ab dem Jahr 2015 nicht mehr parallel in Dorf und Berg Gottesdienste abgehalten werden sollen, rief bei wenigen Teilnehmern Bedauern und Skepsis hervor. Die Kirchenpflege betont aber, dass sie weiterhin bestrebt sei, die Balance zwischen einer ausgeglichenen Jahresrechnung und einem attraktiven Leistungsangebot aufrechtzuerhalten.

Konzentration auf die Gemeinde

Grund zur Freude gab es aber auch noch: Das Berufungsverfahren von Pfarrer Simon Gebs auf die ordentliche Vollzeit-Pfarrstelle wurde von den 42 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig angenommen. Der seit 1996 in der Gemeinde tätige Pfarrer wird bei der anstehenden Urnenwahl im Frühjahr somit für die ordentliche 100-Prozent-Stelle vorgeschlagen. Dies wird möglich, da Pfarrer Thomas Koelliker auf den 1. April 2015 pensioniert wird und seine Stellenprozente frei werden.

Simon Gebs hatte sich vor drei Jahren entschieden, sein Stellenpensum in der Gemeinde auf 50 Prozent zu reduzieren, um als ökumenischer Seelsorger für die Rettungskräfte bei «Schutz&Rettung Zürich» zu dienen. Seine Tätigkeit als Seelsorger für Rettungssanitäter und für die Berufsfeuerwehr unterscheidet sich nach seinen eigenen Aussagen in gewissen Punkten von der Tätigkeit in der Gemeinde: «Erlebnisse der Einsatzkräfte, zum Beispiel bei Fällen wie Suizid oder schweren Unfällen, können sehr belastend und einschneidend sein. Hierbei muss man anders an die Personen herangehen als in der Tätigkeit bei einer kirchlichen Organisation, fast vergleichbar mit einem Armeeseelsorger.» Diese Arbeit hat ihn sehr erfüllt, doch freut er sich jetzt, wieder voll in der Gemeinde als Ortspfarrer tätig zu sein und sich auf ein einziges berufliches Handlungsfeld konzentrieren zu können.

Zu guter Letzt informierte Hanni Rüegg die Anwesenden über die Beiträge an die missionarischen Werke und über das Projekt «Kirchgemeinde Plus». Damit streben fünf Gemeinden des Bezirks eine engere Zusammenarbeit an, wobei eine Fusion noch kein Thema ist. Vornehmlich geht es darum, gemeinsam Veranstaltungen durchzuführen und für anstehende Probleme Lösungsvorschläge auszuarbeiten. Die Absichtserklärung steht kurz vor der Unterzeichnung. In einem nächsten Schritt werden die Projektorganisation aufgestellt und Fachgruppen gebildet. (bil)