43/2014 Steuerfuss soll gleich bleiben

Steuerfuss soll gleich bleiben

Der Gemeinderat rechnet mit einem Gewinn von knapp 0,4 Mio. Franken für nächstes Jahr. Der Steuerfuss soll unverändert bei 82 Prozent bleiben. Fünf Jahre nach Abschaffung der Pauschalbesteuerung ist klar, dass diese der Gemeinde nicht geschadet hat.

An der kommenden Generalversammlung Ende November wird über das Budget 2015 diskutiert. Wie dem auf der Zolliker Website seit kurzem aufgeschalteten Weisungsheft zu entnehmen ist, rechnet der Gemeinderat mit einem Ertragsüberschuss von 372‘000 Franken. Am Steuerfuss soll nicht gerüttelt und dieser bei 82 Prozent belassen werden. Für 2015 werden Steuererträge in der Höhe von 109,5 Millionen Franken erwartet. Das entspricht einer leichten Steigerung von 0,3 Mio. Franken gegenüber dem Voranschlag 2014. In den Finanzausgleich wird Zollikon 48,9 Millionen zahlen müssen, rund 500‘000 Franken mehr als in diesem Jahr.

Der Nettoaufwand der Verwaltungsabteilungen, das heisst der Aufwand ohne Steuern, Finanzausgleich, Abschreibung und Zinsen, liegt mit 48,0 Millionen Franken um 0,6 Mio. über der Jahresrechnung 2013.  Steigen werden die Kosten der Schule, wie der Gemeinderat mitteilt. Gestiegen sind sowohl die Zahl der Schulkinder wie auch die Kosten für die Besoldung der Lehrpersonen aufgrund kantonaler Vorgaben. Die Kosten werden aus diesem Grund um 0,6 Mio. höher liegen.

Die steuerfinanzierten Investitionen steigen 2014 auf 30,8 Millionen Franken, wobei der grösste Kostenblock die Tranche für den Neubau des Wohn- und Pflegezentrums Blumenrain von 18,9 Mio. darstellt. Der Rohbau des neuen WPZ Blumenrain ist weitgehend fertiggestellt, seit Anfang 2014 werden die grossen Kostenblöcke in der Investitionsrechnung verbucht. Neben der Tranche für das Bauprojekt sind die erste Tranche des Schulhausprojektes Rüterwis und die Sanierungen am Werkgebäude an der Rietstrasse 38 sowie unaufschiebbare Sanierungsarbeiten im Hallen- und Freibad Fohrbach weitere Vorhaben der Gemeinde. Die Summe aus Ertragsüberschuss und Abschreibungen, der sogenannte Cashflow, beträgt 14,6 Mio. Franken. Beim aktuellen Investitionsvolumen ergibt dies einen Selbstfinanzierungsgrad von rund 45 Prozent.

Steuererträge nicht gesunken

Für den Finanzplan 2014 bis 2018 schreibt der Gemeinderat, dass trotz der leicht positiven Entwicklung bei den Steuereinnahmen in den kommenden Jahren in der laufenden Rechnung nicht jedes Jahr Ertragsüberschüsse werden ausgewiesen können.

Positiv auf die Steuererträge ausgewirkt hat sich auch die Abschaffung der Pauschalbesteuerung, wie der «Tages-Anzeiger» letzte Woche untersuchte. Mehrere Gemeinde am Zürichsee nehmen heute mehr Steuern ein als früher, obwohl etliche Pauschalbesteuerte weggezogen sind. In Zollikon waren bis zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung im Kanton Zürich im Jahr 2009 13 Personen wohnhaft, die nach diesem Regime besteuert wurden, erklärt Gemeindeschreiberin Regula Bach. Das Gesamtsteueraufkommen dieser Personen betrug 526‘000 Franken, das Steueraufkommen der aktuell an den 13 Standorten wohnhaften Personen liegt bei über 700`000 Franken.  Dass die Wegzüge nur auf die Abschaffung der Pauschalbesteuerung zurückzuführen sind, kann die Gemeindeschreiberin so nicht bestätigen, denn drei Personen seien an einen Ort ohne Pauschalbesteuerung gezogen. «Zu- und Wegzüge gab und gibt es immer», sagt Regula Bach, die Pauschalbesteuerten hätten nur einen marginalen Anteil des Steueraufkommens ausgemacht. Zurückgegangen sind die Steuereinnahmen aufgrund der Abschaffung der Pauschalbesteuerung in der Gemeinde Zollikon auf jeden Fall aber nicht. (mmw)