22/2014 Erfolgstrainer Alain Merkli tritt nach vier Jahren zurück

Erfolgstrainer Alain Merkli tritt nach vier Jahren zurück

Nach vier Jahren an der Spitze der Zolliker Fussballer hört Trainer Alain Merkli Ende Juni auf. Er wolle mehr Zeit für seine Familie haben, sagt der 36-Jährige. Mit der Entwicklung des SCZ in den letzten Jahren ist er zufrieden – und traut seinen Spielern in Zukunft noch weitaus mehr zu.

Im Sommer 2010 übernahm Alain Merkli die 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon und führte sie in seiner ersten Saison zusammen mit Co-Trainer Nicolas Fürer gleich zum Aufstieg. Erstmals nach 18 Jahren Absenz trug der SCZ im August 2011 wieder ein Spiel in der 3. Liga aus – und gewann gegen den SV Höngg gleich mit 7:0. Erfolgreich ging es weiter: Ende Saison klassierte sich das Team auf dem für einen Aufsteiger hervorragenden dritten Tabellenrang.

Auch ohne Fürer, der Mitte 2012 in die Nachwuchsabteilung des FC Zürich wechselte, blieben Merkli, sein neuer Co-Trainer Werner Kienle und die Equipe auf der Erfolgsspur. In der Saison 2012/13 verpassten sie den Aufstieg in die 2. Liga nur ganz knapp – einen einzigen Punkt hatte YF Juventus nach 22 Runden mehr auf dem Konto.

Mehr Zeit für die Familie

Nach guten Leistungen im vergangenen Herbst hat die Mannschaft in diesem Frühjahr die an sich selbst gestellten Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Ihr hohes Ziel, die Saison an der Tabellenspitze abzuschliessen, ist drei Runden vor der Sommerpause denn auch in unerreichbare Ferne gerückt. Der SV Höngg steht, auch wenn rechnerisch noch nicht alles klar ist, vorzeitig als Aufsteiger fest. Dies aber ist nicht der Grund, weshalb Merkli das Traineramt in einem Monat abgibt. Der Rücktritt nämlich steht schon länger fest und wurde der Mannschaft und dem Vorstand bereits Ende März kommuniziert.

Der zweifache Vater Merkli will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. «Sie tritt an dieser Stelle meines Lebens in den Vordergrund», sagt er. Die Belastung als Trainer sei zunehmend schwieriger zu bewältigen gewesen, zumal er nebenher ja als Leiter eines Architekturbüros stark ausgelastet sei.

Mit dem in den vergangenen vier Jahren Erreichten ist Merkli zufrieden. «Als Nicolas Fürer und ich das Traineramt übernahmen, erarbeiteten wir einen Drei-Jahres-Plan», erinnert er sich. «Wir wollten in die 3. Liga aufsteigen und uns in der oberen Spielklasse etablieren.» Dieser Plan sei erfolgreich umgesetzt, weshalb nun eine neue Zielsetzung verfolgt werden müsse: der Aufstieg in die 2. Liga. Für dieses Unterfangen aber fehle ihm die Zeit, weshalb er das Team nun in neue Hände legen wolle.

Fussballerisch habe die Mannschaft seit 2010 grosse Fortschritte erzielt, sagt Merkli. «Ich traue den Spielern absolut zu, den Aufstieg in die regionale 2. Liga zu schaffen und dort auch zu bestehen.» Emotional falle ihm der Abschied schwer. «Wir haben alle in dieser Zeit viele gemeinsame Schritte gemacht. Die Menschen und das mit ihnen Erlebte werden mich stets begleiten und glücklich stimmen.»

Mit Merkli hat auch Co-Trainer Werner Kienle seinen Rücktritt per Saisonende angekündigt. Wer neuer Trainer wird, steht noch nicht fest. (deb)