01/02 2014 Wenn Könige über Zollikon regieren könnten …

Wenn Könige über Zollikon regieren könnten …

Sie heissen nicht Caspar, Melchior und Balthasar sondern Christian, Susanne und Walter. Sie kommen nicht aus dem Morgenland sondern aus Zollikon. Und anstelle von Weihrauch, Myrrhe und Gold würden sie einen Central Park, einen Elfenbeinturm und neue Blechpolizisten in die Gemeinde bringen.

Aus Anlass des Dreikönigstages vom 6. Januar haben wir uns auf die Suche nach den Königen von Zollikon gemacht. Wir haben sie befragt, wie sich ihr ganz persönliches Königreich präsentieren würde, wenn nicht nur ihr nachname königlich wäre und sie über die Gemeinde Zollikon regieren könnten.

Christian König, 64, Chairman einer Kommunikationsagentur, nennt Zollikon seit 1978 sein Zuhause. Könnte er über die Gemeinde bestimmen, sähe sein Königreich so aus:

«Zuerst das Institutionelle. Ich lege Wert darauf, von den Zollikern legitimiert und regelmässig – sagen wir, alle 25 Jahre – bestätigt zu werden. Von Kurzfristigem halten wir Könige nichts, das überlassen wir dem politischen System, das im Übrigen in heutiger Form weiter bestehen soll; so schlecht sind unsere Erfahrungen damit ja nicht. Ich selber widme mich primär den sogenannten königlichen Projekten. Greifen wir zwei heraus:

Königliches Projekt «Allmend plus»

Die Zolliker Allmend und ihr angrenzender Wald bergen ein schlummerndes Potenzial an Lebensqualität, das Zollikon einfach nicht mehr brach liegen lassen kann. Ich habe deshalb dem königlichen Gartenmeister, Enzo Enea, den Auftrag erteilt, mit Parkprojekten von Miami über Abu Dhabi bis nach Sao Paulo Erfahrungen zu sammeln. Jetzt ist er reif für den Auftrag, die zentrale Gemeindezone Allmend-Zollikerwald sanft in einen veritablen, naturnahen Central Park zu verwandeln, mit einer königlichen Promenade als Schmuckstück, die ihren Namen verdient: wo sich zwei Hündeler unterhalten können, ohne dass andere in Wiese und Acker ausweichen müssen. Attraktive vertikale Beziehungen durch den Wald verbinden Dorf und Berg, unter gleichzeitiger Aufwertung dieser Zone zum eigentlichen Tor des Naturnetzes Pfannenstil. Die Bergstrasse wird zum Parkway, das ganze Gebiet zur Visitenkarte dieser attraktiven und aktiven Gemeinde: Erst jetzt kommt der traumhafte Fernblick so richtig zur Geltung. Und der leidige Antagonismus zwischen Dorf und Berg ist Geschichte für immer.

Königliches Projekt «Zollikon plus»

Das zweite königliche Sternprojekt ist die Fusion zwischen Zollikon, Zumikon und Küsnacht. Jeder König hat die natürliche Tendenz, sein Herrschaftsgebiet auszuweiten, ich mache da keine Ausnahme. Indessen kommt mir die Tatsache entgegen, dass eine Fusion der drei Nachbargemeinden ohnehin unvermeidlich ist, also warum sie nicht ein bisschen beschleunigen? Die Verwaltung ist vorangegangen (Konkursamt), die Schule ist dabei, ihr zu folgen (Sek) und die Werke haben wir bereits verloren – so etwas darf nicht wieder vorkommen. Es gilt zu handeln, solange wir in einer Position der Stärke sind, auch was die Namensgebung betrifft. Das sind wir unserem Gründerkönig Zollo schuldig. Die Nachbargemeinde zu Zürich ist und bleibt: Zollikon. Es lebe hoch, hoch, hoch!»

Wie sich die 28-Jährige Susanne König und der 72-Jährige Walter König ihr Zolliker Königreich vorstellen, ist im akutellen «Zolliker Bote» vom 10. Januar 2014 zu lesen.