35/2013 Für einen Tätowiererer steht Perfektion über allem

Für einen Tätowiererer steht Perfektion über allem

Michi Spörri sitzt am Esstisch seiner Wohngemeinschaft und hat rund um sich Zeichnungen ausgebreitet. Diese zeigen es deutlich: Er hat Talent. Diese Fähigkeit möchte er auch beruflich als Tätowierer einsetzen.  

Michi Spörris oberstes Ziel ist es, als Tätowierer seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Eine Kunstform, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Der 25-Jährige, der sein ganzes Leben in Zollikon verbracht hat, weiss aber, dass der Weg dahin nicht einfach ist. Ende zweites Lehrjahr brach er seine Lehre ab und suchte nach einer neuen Herausforderung, die besser zu ihm passte. Im Anschluss an die Rekrutenschule begann er eine Lehre als Maler.

Gestaltung im Blut

Eigentlich hätte der junge Künstler gerne eine Ausbildung als Grafiker oder Gestalter Werbetechnik gemacht, nachdem er seine kaufmännische Lehre schmiss. «Vielen Ausbildnern war ich aber bereits zu alt, um nochmals eine Lehre zu beginnen.» Und grundsätzlich gefalle ihm der Beruf als Maler. Schade sei einfach, dass man heute oft nur eine Wand weiss streichen müsse und sich weniger künstlerisch und kreativ betätigen könne, als dies noch vor Jahren der Fall war. Entscheidend sei jetzt, dass er so lange seinen Lebensunterhalt als Maler verdienen könne, bis er vom Tätowieren leben kann. So gestaltete er bereits das Logo der Musikgruppe «Einbahn», deren Crew er angehört. Immer wieder präsentiert er seine Zeichnungen in Tattoo-Salons. «Das ist, wie eine Bewerbung zu versenden. Wenn einem etablierten, erfolgreichen Tätowierer gefällt, was er sieht, besteht die Möglichkeit, dass er dich ausbildet. Nur so habe ich eine Chance.»

Seine Fähigkeiten hat der ehemalige Pfadileiter auch für die Pfadi «Morgenstärn » unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit weiteren Pfadis aus Zollikon hat er das Konzept und die Umsetzung zur Gestaltung der Kletterwand, welche an der Chilbi für die Kinder bereit stand, umgesetzt.

Seine Leidenschaft fürs Zeichnen und Sprayen entwickelte Michi Spörri in der Sek. Viele seiner Freunde haben damals Graffitis gezeichnet. Irgendwann habe er auch damit angefangen. Gleichzeitig habe er sich aber auch mit dem Hintergrund auseinandergesetzt und sich über die Graffiti-Kultur informiert. Das Zeichnen ist für ihn Sucht und Therapie gleichzeitig. (fh)

Lesen Sie den ausführlichen Bericht im aktuellen «Zolliker Bote» vom 30. August 2013.