18/2013 Zollikons Solarenergie steht noch im Schatten

Zollikons Solarenergie steht noch im Schatten

Die auf die Erdoberfläche abgestrahlte Energie der Sonne ist zehntausend Mal höher als der weltweite Energieverbrauch im gleichen Zeitraum. Umgerechnet ausgedrückt: In einer knappen Stunde deckt die Sonne den Ganzjahres-Energiebedarf der gesamten Weltbevölkerung. Über der sonnenverwöhnten Goldküste hängen aber noch düstere Wolken, hier ist das Potential der Solarenergie längst nicht ausgeschöpft.

Vergangene Woche trafen sich die Aktionäre der Zürichsee Solarstrom AG (ZSSAG), die auf Dächern rund um den Zürichsee Solaranlagen erstellt und betreibt, zu ihrer Generalversammlung in Zollikon. Neben den Geschäften wurde über die Entwicklung und Nutzung der Sonnenenergie berichtet.Einmal installiert produziert eine Solaranlage bei geringem Wartungsaufwand während mindestens 30 Jahren Wärme oder Strom. Gesamtschweizerisch liefern zur Zeit 3.5 Millionen m2 installierte Solarzellen den Strom für 75’000 Haushalte.

Das Potential ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Laut einer Studie des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich finden sich in der Stadt Zürich ca. 2,8 Quadratkilometer Dachfläche, die gut geeignet sind, um Sonnenenergie zu nutzen. Thomas Nordmann, Präsident der Zürichsee Solarstrom AG und dreifacher Träger des Schweizerischen und des Europäischen Solarpreises, stellte fest, dass die Gemeinden am Zürichsee bei der Förderung von Solaranlagen im schweizerischen Vergleich zurückgefallen sind. Überragten im Jahr 2011 noch drei von elf Gemeinden im Bezirk Meilen bei der Gesamtleistung der installierten Solarstromanlagen pro Kopf den schweizerischen Durchschnitt von 27 Watt, sieht die Situation ein Jahr später ganz anders aus. Wie die von der ZSSAG und der aus Herrliberg stammenden Klimaverantwortlichen des WWF Regula Baggenstos erstellte Statistik zeigt, erreichen nur noch die Gemeinden Küsnacht und Uetikon mit 51.6 und 51.4 Watt pro Kopf den inzwischen auf 51.2 gestiegenen schweizerischen Durchschnitt. Zollikon liegt mit 19.2 Watt auf dem abgeschlagenen 7. Platz, weil sich lediglich wenige Private der Solarenergie verschrieben haben. «Im Vergleich zur übrigen Schweiz fehlt an der Goldküste noch ein überzeugendes Engagement der meisten Gemeinden und der lokalen Wirtschaft. Man hat es verpasst, genügend Photovoltaik-Projekte rechtzeitig bei der nationalen Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) anzumelden. Heute blockieren die langen Wartezeiten der KEV gesamtschweizerisch ca. 22’000 Solarstrom-Projekte», sagt Thomas Nordmann. (hef)
Der ausführliche Bericht ist im «Zolliker Bote» vom 3. Mai 2013 zu lesen.